Technik verstehen

PSSR und Raytracing einfach erklärt

Aktualisiert am 22. September 2026

Auf der Produktseite der PlayStation 5 Pro tauchen zwei Begriffe auf, die zusammengehören, aber unterschiedliche Aufgaben erfüllen: Raytracing und PSSR. Beide beeinflussen, wie ein Bild berechnet wird, setzen dabei aber an verschiedenen Stellen an.

Raytracing: Licht realistischer berechnen

Raytracing ist eine Berechnungsmethode, die verfolgt, wie einzelne Lichtstrahlen in einer Spielszene auf Oberflächen treffen, reflektiert, gebrochen oder absorbiert werden. Statt Beleuchtung, Schatten und Spiegelungen wie bei älteren Verfahren vereinfacht anzunähern, berechnet Raytracing diese Effekte physikalisch näher an der Realität. Das zeigt sich besonders deutlich bei reflektierenden Oberflächen wie nasser Straße, Fensterglas oder poliertem Metall, die ihre Umgebung sichtbar spiegeln, statt nur einheitlich hell zu wirken.

Warum Raytracing Rechenleistung kostet

Die zusätzliche Genauigkeit von Raytracing hat einen Preis: Sie erfordert deutlich mehr Rechenleistung als vereinfachte Beleuchtungsverfahren. Die PlayStation 5 Pro begegnet dem mit einer leistungsstärkeren GPU, die laut Hersteller ein bis zu 45 % schnelleres Rendering als die PS5 ermöglicht, und setzt darauf aufbauend erweitertes Raytracing ein: aufwendiger berechnete Spiegelungen, Schatten und Beleuchtung, ohne dass die Bildrate im gleichen Maß absinkt wie bei einer schwächeren Grafikeinheit.

PSSR: Bildschärfe ohne volle Rechenlast

PSSR, kurz für PlayStation Spectral Super Resolution, setzt an einer anderen Stelle an. Statt ein Bild direkt in voller Zielauflösung zu berechnen, was besonders in Kombination mit Raytracing sehr rechenintensiv wäre, rendert die PlayStation 5 Pro das Bild zunächst in einer niedrigeren internen Auflösung. Ein KI-gestütztes Verfahren skaliert dieses Bild anschließend auf eine höhere Auflösung hoch und rekonstruiert dabei Details, die eine einfache geometrische Vergrößerung nicht liefern würde.

Wie beide Techniken zusammenwirken

Raytracing und PSSR ergänzen sich: Raytracing verbessert, wie ein Bild inhaltlich aussieht, PSSR schafft den dafür nötigen Spielraum bei der Rechenleistung. Indem PSSR einen Teil der Rechenlast von der internen Auflösung nimmt, bleibt mehr GPU-Leistung für aufwendigeres Raytracing oder eine höhere Bildrate übrig, statt dass beide Techniken um dieselbe begrenzte Rechenleistung konkurrieren müssen.

Auswirkung auf die Bildausgabe

Die PlayStation 5 Pro unterstützt eine Videoausgabe in 4K mit bis zu 120 Hz sowie 8K-Auflösung. Ob ein Spiel diese Werte in Kombination mit aktiviertem Raytracing und PSSR tatsächlich erreicht, hängt vom jeweiligen Spiel und dem gewählten Grafikmodus ab: Nicht jedes Spiel bietet denselben Grafikmodus, und Studios entscheiden individuell, wie sie die zusätzliche Rechenleistung zwischen Auflösung, Bildrate und Detailgrad aufteilen.

Warum nicht jedes Spiel gleich aussieht

Sowohl erweitertes Raytracing als auch PSSR müssen von einem Spiel gezielt unterstützt werden, sie wirken nicht automatisch auf jedes Spiel gleich. Titel mit einem eigenen PS5-Pro-Grafikmodus nutzen beide Techniken in der Regel deutlicher aus als ältere Spiele, die ohne gesonderte Anpassung laufen. Einen Überblick über die technischen Unterschiede zur PS5 insgesamt gibt der Ratgeber PS5 Pro oder PS5.

Kurz zusammengefasst

  • Raytracing berechnet Licht, Schatten und Spiegelungen physikalisch näher an der Realität als vereinfachte Verfahren.
  • Erweitertes Raytracing auf der PlayStation 5 Pro nutzt dafür eine GPU, die laut Hersteller bis zu 45 % schneller rendert als die PS5.
  • PSSR skaliert ein intern niedriger gerendertes Bild KI-gestützt hoch, statt es direkt in voller Auflösung zu berechnen.
  • Beide Techniken zusammen schaffen Spielraum für höhere Bildraten bei gleichzeitig aufwendigerer Beleuchtung.
  • Videoausgabe bis 4K/120 Hz und 8K-Unterstützung sind Teil der Pro-Ausstattung, die tatsächliche Nutzung hängt vom jeweiligen Spiel ab.

Die vollständigen technischen Daten der PlayStation 5 Pro stehen auf der Produktseite.